Archiv für den Monat: März 2008

Flughafen Lübeck Blankensee

von Hartmut Relling

Hartmut Relling

Hartmut Relling

Wer noch glaubt, dass es am Flughafen so bleibt wie es ist, der irrt gewaltig. Das nächste Planfeststellungsverfahren steht uns bevor.

Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein hat den ersten Planfeststellungsbeschluss bis auf 300 m Start- und Landebahn (Rollweg Romeo) im Westen, der wie vieles andere am Lübecker Flughafen illegal in Salamitaktik errichtet wurde, zurückgezogen. Diese 300 m werden von der Gemeinde Groß Grönau und einer couragierten Klägergemeinschaft beklagt.

Nach einer einjährigen Mediation vereinbarten der Flughafen Lübeck und die Naturschutzverbände die Gründung einer Stiftung, die mit 2,5 Mill. Euro zu Gunsten der Grönauer Heide ausgestattet wird. Die Leittragenden sind die Lübecker Steuerzahler, denn ein großer Teil der Millionen sollen vom Kaufpreis, den Infratil für den Flughafen an Lübeck zahlt, abgezogen werden.

Die neuen Planungsunterlagen sind Anfang Februar von dem Flughafenbetreiber nach Kiel zur Planungsbehörde gebracht worden. Diese Unterlagen sollen nach Auskunft von Intratil schon Ende März in den Gemeinden ausgelegt werden. Dann ist jeder Groß Grönauer Bürger dringend gefordert, seine Einwendungen (Betroffenheiten) schriftlich bei der Planungsbehörde einzureichen.

In den beabsichtigten Ausbauplänen sollen 4500 neue Parkplätze, eine Verlängerung der Start- und Landebahn im Westen um 60 m und im Osten Richtung Groß Grönau ein 95m langer Wendehammer errichtet werden. Das neue Terminal mit ca. 30 000 qm Nutzfläche und ein Vorfeld mit Platz für 10 Großraumflugzeuge soll näher an Groß Grönau rücken. Im Süden des Flugplatzes werden große Flugzeugwartungshallen entstehen. Hier können Turbinenprobeläufe zu jeder Tages- und Nachtzeit viel Lärm erzeugen. Auf dem Flughafen Blankensee sollen 10 Großraumflugzeuge stationiert werden, 4 davon werden basiert, die dann auch nachts die Basis anfliegen, gewartet werden, und in der Frühe den Flughafen wieder verlassen können.

Die Landebefeuerung reicht zunächst 720 m in das Gemeindegebiet hinein und endet vor dem Bürgerpark, sodass er zu jeder Tages- und Nachtzeit im hellen Scheinwerferlicht steht.

Die Flughafen Gesellschaft hat in der Gemeinde Groß Grönau große landwirtschaftliche Nutzflächen am Torfmoor (um die 20 ha) aufgekauft.

Der Flughafenbetreiber Infratil ist ein Weltunternehmen, das auf lange Sicht investiert. In 8 – 12 Jahren wird der Hamburger Flughafen an seine Kapazitätsgrenze stoßen. Ich könnte mir vorstellen, dass Infratil dann den vollausgebauten Lübecker Flughafen an Hamburg verkauft. Mit Ryanair fliegt der Passagier schon heute nach „Hamburg-Lübeck“.

Zur Erinnerung bis zum Jahr 2020 erwartet der Gesellschafter 3,25 Millionen Fluggäste, das sind täglich ca. 80 Starts und Landungen. Ein generelles Nachtflugverbot wird vom Lübecker Flughafen konsequent abgelehnt. Groß Grönau wird dann Tag und Nacht mit Lärm überzogen. Dieser anhaltende Lärm und die Kerosinabgase haben negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, führen zur Verstärkung von Asthma, chronischen Hauterkrankungen und vielen anderen Krankheiten.

Die Lebensqualität – Garten-, Terrassen-, und Balkonnutzung werden durch die Immissionen erheblich eingeschränkt. Groß Grönauer Bürger müssen dann mit Wertminderungen ihrer Immobilien um die 30 – 50% rechnen.

Achtung – nur die Bürger haben einen Anspruch auf Entschädigungen, die ihre Einwendungen zum nächsten Planfeststellungsverfahren abgeben. Das sollte jeder Groß Grönauer Bürger nutzen, nur so können Sie sich für die Zukunft gegen den Lärm schützen.

Quellen:
1. Lübeck Airport – Jetzt und in Zukunft Flughafen Lübeck GmbH vom November 2007

2. Mediationsveinbarung vom 01.02.2008 Flughafen Lübeck – BUND, LNV und NABU

3. LN vom 07.02.2008